Sportfliegerclub C.F. Meerwein e.V.

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Überlandflug mit dem UL aus Sicht eines passionierten Segelfliegers

Andy und ich wollten letztes Wochenende (22.10.2016) den Wochenendstraßenverkehr entlasten und unsere Ausflugsziele aus der Luft ansteuern; Andy zur Fete nach Bonn, Flo zum Patenkind besuchen nach Halle.

Schon die Flugvorbereitung war aufwendig, weil die Wetterlage nicht so eindeutig war. Erst am Samstagmorgen stand fest, dass wir losfliegen würden. Allerdings war schon vor dem Abflug klar, dass wir nicht sicher sein konnten, dass wir unsere Ziele wegen des schlechten Wetters auch erreichen würden. Kurzfristig haben wir noch bei Vereinsmitglied Burkhard eine zusätzliche Wetterberatung eingeholte​, die im Nachhinein gar nicht so schlecht war.

Und tatsächlich - ab Mannheim 

zeigte sich eine geschlossene Wolkendecke mit abnehmender Basis je weiter nördlich wir kamen. Zunehmend dunkle Wolken ließen uns dann einsehen, dass wir nicht einmal den für diesen Fall ausgeguckten "Ausweichflughafen" Langenlonsheim, sondern schon Worms ansteuern würden. Mit dieser getroffenen Entscheidung sind wir noch ein kurzes Stück weiter geflogen, um ganz sicher zu sein, dass wir nichts versäumen, dann sind wir umgedreht und in Worms gelandet. Dort gab's Internet und wieder Wetterstudium, um zu klären, ob Flo würde zurückfliegen müssen, oder denn Versuch unternehmen kann, direkt von dort weiter nach Halle zu fliegen. Klar war, dass Andy nun doch auf dem Landweg den Rest seiner Reise nach Bonn machen würde.



In der Tat waren die Aussichten weiter östlich etwas besser aber der Odenwald war erstmal ein unüberwindbares Hindernis. Deshalb entstand der Plan für Flo: Volltanken und Flug zurück zur südlichen Umrundung des Odenwalds via Sinsheim, um dann zu entscheiden, ob ein Weiterflug Richtung NO über Würzburg möglich sein würde. So war's. Auch wenn das Fliegen unter geschlossener Wolkendecke etwas gewöhnungsbedürftig war, ging's außerhalb der Mittelgebirge - bei Basishöhen, die rund 3000ft über Grund erlaubten - relativ entspannt weiter. Bei Annäherung an den Thüringer Wald, wurden die Verhältnisse aber wieder etwas schwieriger. Beim FIS (= Fluginformationsdienst) eingeholte Stationsmeldungen sprachen für besseres Wetter und höhere Basis weiter östlich. Östlich von Suhl hat der Thüringer Wald eine Art Joch, aber just von dort und von Pennewitz, jenseits des Jochs, waren keine Stationsmeldungen zu bekommen. Beim Näherkommen zeigte sich, dass Basis und Sicht ausreichend waren und nördlich des Thüringer Waldes sogar höhere und aufgelockerte Bewölkung den Weiterflug erlauben würden. So ging's auf dem letzten Drittel entspannt nach Halle-Oppin.



Weil Flo die Tage vorher nach Unterbringungsmöglichkeit in einer Halle gefragt hatte, wurde er direkt nach der Landung schon von einem Follow-Me-Car erwartet, der die D-MOFG zu einer unseren in Bremgarten baugleichen Rundhalle brachte, wo sie ihr Nachtquartier fand. Der Türmer Reinhold leistete selbst diesen Service und war super freundlich und hilfsbereit. Hallenplätze sind meist verfügbar, günstig und sogar ein Leihauto steht für 20 Euro pro Tag zur Verfügung! Halle-Oppin ist sehr empfehlenswert (nur Mogas gibt's leider keins, AVGAS UL91 stattdessen)!



Rückflug am nächsten Tag wäre bei besserem Wetter fast langweilig gewesen, wenn nicht VFRNav auf dem Dell Strike Tablet ständig ausgefallen wäre und eine umfangreiche Kartennavigationsübung beschehrt hätte... Das lange Fliegen gegen die tiefstehende Sonne war auch nicht wenig anstrengend und erst ab dem Kraichgau, als Wolken im Westen die Sonne abschirmten und das Gelände wieder vertraut war, war's ein langer entspannter Endanflug ins abendliche Bremgarten.

Text und Fotos: Florian Eisele, Andreas Wituschek

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